Betriebswirt ist Betriebswirt, ob akademisch oder nicht.
Betriebswirt/in ist kein geschützter Beruf. Deshalb tummeln sich im Ausbildungsbereich ungeheuer viele Bildungsträger, deren Qualifikation unterschiedlich ist. Das ist nicht abhängig von der Frage akademisch oder nicht akademisch. In Tests und Ranglisten gibt es auch immer wieder Hochschulen, die in der Qualität der Ausbildung schlecht gewertet werden. Besonders in der Kritik stehen einige private Hochschulen, die sich selber eher ein elitäres und hochklassiges Image geben. An nichtakademischen Aus- und Fortbildungen sind Fernstudiengänge empfehlenswert, weil die großen Fernlehrinstitute betriebswirtschaftliche Studien seit Jahren in bewährter und gleich bleibender Qualität anbieten.
Trotzdem sollte jeder Studierwillige darauf achten, dass die Lehrgänge von der Staatlichen Zentralstelle für Fernunterricht (ZFU) in Köln zugelassen sind. Das ist eine objektive Garantie dafür, dass der Lernstoff vollständig, fachlich einwandfrei und pädagogisch aufbereitet ist und zum angestrebten Abschluss führt.
Frisch von der Schule kommende Abiturienten sind sicher an einer Fachhochschule oder Universität am besten aufgehoben. Wer nebenberuflich sich weiterqualifizieren will, hat beste Chancen in den Fernlehrinstituten. Hochschulabschluss, IHK-Prüfung oder ein ebenbürtiger qualifizierter Abschluss, alle drei sind auf dem Arbeitsmarkt gesucht. Der Zwang zum akademischen Studium existiert nicht, am Ende kommt es darauf an, wer gut ist und wer nicht.
Fachhochschulen
An Fachhochschulen wird im Bereich der Betriebswirtschaftslehre der akademische Grad eines Diplom-Betriebswirts (FH), in einigen seltenen Fällen auch eines Diplom-Kaufmanns (FH) nach 7 bis 8 Semestern Regelstudienzeit vergeben. Fachhochschulabsolventen müssen den akademischen Grad mit dem Zusatz "(FH)" führen. Eine Sonderform stellt der Diplom-Verwaltungsbetriebswirt (FH) dar, den man allerdings bisher nur an einigen landeseigenen Verwaltungsfachhochschulen im Rahmen eines Vorbereitungsdienstes erwerben kann.
Universitäten
An Universitäten werden im Bereich der Betriebswirtschaftslehre die akademischen Grade eines Diplom-Kaufmann, Diplom-Ökonom, Diplom-Wirtschaftswissenschaftler, Diplom-Handelslehrer, Diplom-Wirtschaftspädagoge oder Diplom-Volkswirt (mit Wahlpflichtfächern im Bereich der BWL) sowie die entsprechenden Grade mit weiblicher Bezeichnung vergeben. Die Regelstudienzeit beträgt in diesen Studiengängen 8 bis 10 Semester. Der akademische Grad eines Diplom-Betriebswirt wird von Universitäten nicht vergeben (Ausnahme bildete die Hamburger Universität für Wirtschaft und Politik, die 2005 mit der Universität Hamburg fusionierte; Sie vergab u. a. den akademischen Grad des Dipl.-Betriebswirts).
Bachelor-/Masterstudiengänge
Um im internationalen Wettbewerb der Wissenschaften vergleichbarer zu werden, stellen Fachhochschulen und Universitäten ihre gesamten Studiengänge nach und nach Auf die Abschlüsse Bachelor und Master um. Der Master entspricht dabei eher dem früheren Diplom. Mit der Umstellung werden Abschlüsse an FH und Uni gleichrangig.
Sonderfall: Master of Business Administration
Ein MBA-Studium richtet sich vor allem an Ingenieure, Natur- und Geisteswissenschaftler, Juristen und Mediziner, die sich auf Managementpositionen fixieren wollen und eine Alternative zu einem betriebswirtschaftlichen Aufbaustudium suchen. Es können sich jedoch auch Wirtschaftswissenschaftler durch ein MBA-Studium spezialisieren.
Nichtakademische Ausbildung
Auch Berufsakademien, Fachakademien und Fachschulen bilden Betriebswirte in Studiengängen zwischen zwei und vier Jahren in Vollzeit oder Teilzeit aus. Der Abschluss wird dann vo der entsprechenden Industrie- und Handelskammer oder Handwerkskammer geprüft. Berufsakademien bilden auch zum staatlichen Abschluss Diplom-Betriebswirt (BA) aus. Dieser Abschluss ist nicht vergleichbar mit einem Hochschulabschluss.
Für Berufstätige und Menschen mit knappem Zeitbudget eignet sich am besten das Fernstudium mit einem IHK-Abschluss oder vergleichbarem Abschluss.
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