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Betriebswirt ist Betriebswirt, ob akademisch oder nicht.

Betriebswirt/in ist kein geschützter Beruf. Deshalb tummeln sich im Ausbildungsbereich ungeheuer viele Bildungsträger, deren Qualifikation unterschiedlich ist. Das ist nicht abhängig von der Frage akademisch oder nicht akademisch. In Tests und Ranglisten gibt es auch immer wieder Hochschulen, die in der Qualität der Ausbildung schlecht gewertet werden. Besonders in der Kritik stehen einige private Hochschulen, die sich selber eher ein elitäres und hochklassiges Image geben. An nichtakademischen Aus- und Fortbildungen sind Fernstudiengänge empfehlenswert, weil die großen Fernlehrinstitute betriebswirtschaftliche Lehrgänge seit Jahren in bewährter und gleich bleibender Qualität anbieten.
Trotzdem sollte jeder Studierwillige darauf achten, dass die Lehrgänge von der Staatlichen Zentralstelle für Fernunterricht (ZFU) in Köln zugelassen sind. Das ist eine objektive Garantie dafür, dass der Lernstoff vollständig, fachlich einwandfrei und pädagogisch aufbereitet ist und zum angestrebten Abschluss führt.

Frisch von der Schule kommende Abiturienten sind sicher an einer Fachhochschule oder Universität am besten aufgehoben. Wer nebenberuflich sich weiterqualifizieren will, hat beste Chancen in den Fernlehrinstituten. Hochschulabschluss, IHK-Prüfung oder ein ebenbürtiger qualifizierter Abschluss, alle drei sind auf dem Arbeitsmarkt gesucht. Der Zwang zum akademischen Studium existiert nicht, am Ende kommt es darauf an, wer gut ist und wer nicht.

Bachelor-/Masterstudiengänge

Um im internationalen Wettbewerb der Wissenschaften vergleichbarer zu werden, sollten Fachhochschulen und Universitäten in ganz Deutschland ihre Studiengänge bis 2010 auf die Abschlüsse Bachelor und Master umstellen. Neben der Vergleichbarkeit war das zweite Ziel dieses in Bologna beschlossenen Prozesses, Studieninhalte so zu harmonisieren, dass Studierende jederzeit in jedem Land Europas ihr Studium fortsetzen können.

Gegenüber den alten Diplomstudiengängen erweisen sich die Bachelorstudiengänge als verschulter. Von Anfang an werden Leistungsnachweise verlangt und benotet. Nach 3 Jahren erfolgreichen Studiums wird der Bachelor verliehen. Dieser Abschluss ist als voll berufsqualifizierend anzusehen.

Nach dem Bachelorstudium kann bei entsprechender Qualifikation (Endnote Bachelor und Beurteilung) ein spezialisierendes Masterstudium von zwei Jahren angeschlossen werden. Der akademische Grad Master (M.A. oder M.Sc. weist den Absolventen als Betriebswirt mit Spezialisierung aus.

Die europaweite Harmonisierung der Studiengänge ist in den Landes-Hochschulgesetzen festgelegt. Einzig Mecklenburg-Vorpommern schert aus dem Konsens aus und gestattet nach wie vor Diplom-Studiengänge. Nach ersten Erfahrungen mit den neuen Studiengängen wird jedoch an vielen Hochschulen die Kritik lauter – es mehren sich die Befürworter einer Rückkehr zum Diplom. Ausschlaggebend dafür ist die größere Gestaltungsfreiheit in den alten Studiengängen.

Sonderfall: Master of Business Administration

Ein MBA-Studium richtet sich vor allem an Ingenieure, Natur- und Geisteswissenschaftler, Juristen und Mediziner, die sich auf Managementpositionen fixieren wollen und eine Alternative zu einem betriebswirtschaftlichen Aufbaustudium suchen. Es können sich jedoch auch Wirtschaftswissenschaftler durch ein MBA-Studium spezialisieren.

Fachhochschule oder Universität?

Diese Frage hat sich mit der Umstellung auf das Bachelor/Master-System erledigt. Denn jeder Abschluss ist gleich viel wert, ob er nun an einer Fachhochschule oder einer Universität erreicht wird. Natürlich schlägt die althergebrachte Wertstufung von FH zu Uni noch durch: FH gelten nach wie vor als praxisorientierter. Erste Zahlen belegen auch, dass mehr Studierende der Universitäten als der Fachhochschulen nach dem Bachelor den Master anstreben: Das Verhältnis liegt etwa bei zwei Drittel zu einem Drittel (2009). Nüchtern betrachtet bleiben zwei gravierende Unterschiede: An den FH sind die Studienjahrgänge häufig kleiner, an den Unis findet man unter den Lehrenden eher die Kapazitäten des Fachs.

Nichtakademische Ausbildung

Berufsakademien, Fachakademien und Fachschulen bilden Betriebswirte in Studiengängen zwischen zwei und vier Jahren in Vollzeit oder Teilzeit aus. Der Abschluss wird dann vo der entsprechenden Industrie- und Handelskammer oder Handwerkskammer geprüft. Berufsakademien bilden auch zum staatlichen Abschluss Diplom-Betriebswirt (BA) aus. Dieser Abschluss ist nicht vergleichbar mit einem Hochschulabschluss.

Gerade für Berufstätige und Menschen mit knappem Zeitbudget eignet sich am besten das Fernstudium mit dem Abschluss Staatlich Geprüfte/r Betriebswirt/in. Es handelt sich hierbei um eine kaufmännische Aufstiegsfortbildung, die mit der öffentlich-rechtlichen Prüfung abschließt. Mit dem staatlichen Abschlusszeugnis erwerben Sie zum Beispiel beim Fernlehrgang der Hamburger gleichzeitig die Allgemeine Fachhochschulreife.